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Die Bilder dieser Seite zeigen unser Gründungsmitglied Peter Wiesböck.
Deutscher Meister 1965 im Einer-Straßenfahren der Solidarität! Soli Internetseite
Hier ein kleiner Bericht wie es damals war:

Geboren am 23. Januar 1944. Ursprünglich ist er in jungen Jahren Leichtathlet. Dreikämpfer.Das erste Fahrrad bekommt er mit 14 von einem Freund. Es macht Spaß und Peter wird Mitglied bei Allegro. Ein heute nicht mehr bestehender Münchner Radsportverein. Erste Liebe, große Liebe. Vom Radsport kommt er nicht mehr los. Verständlich, denn schon das erste Vereinsrennen wird „von vorne“ gewonnen. „Wo bleiben die, die müßten doch kommen?“ Sie haben es nicht mehr geschafft. Peter war einfach zu schnell. Talent und ein guter Trainer. Kleine Gänge und wenig trinken hat er gepredigt. Kleine Gänge beim Training, das gilt heute noch. Aber „daß der Durstigste gewinnt“ hat sicher nur funktioniert weil alle dem gleichen Irrtum unterlagen. „Ich war ständig auf dem Rad“. Jede freie Minute. „Ostern, Pfingsten, Urlaub sowiso“. Peter fährt und gewinnt weiter Rennen. Sein Schwerpunkt sind Straßenrennen, aber auch bei Kriterien, Bahn und Querfeldein ist er dabei. Damals war in und um München noch was los. Rund um München (240km!); Marsplatzkriterium; iwis Kettenpreis; Rund um die Wiesn; Augsburg; Ampfing; Bergzeitfahren Sudelfeld; Spitzing; Kesselberg... Immer Plazierungen vorne und auch Siege.

Aber Pech gab‘s auch. „Dauernd war das Gelumpe kaputt. Nicht nur Speichenbruch war die Regel“. Er entwickelt sich zum Streckenfahrer. Zusammen mit seinem leider früh verstorbenen Freund Günter Weihrauch ist er unterwegs. Garmisch, Sudelfeld. 280 km am Tag „ganz normal“. Teilweise noch auf Sandstraßen. Südtirol, Oberitalien, Frankreich. Die Militärstraßen in den Tiroler und Italienischen Alpen. Sein Antrieb war der Spaß am Fahren und immer neue Eindrücke. Dabei hilft der Schichtdienst. Er hat tagsüber Zeit und fährt locker 30.000 km pro Saison. Das war möglich durch die „Vollversorgung“ Zuhause. Heim von der Arbeit, ran an den Futtertopf und rauf aufs Radl. „Meine Mutter hat gut gekocht. Österreichisch, viel Mehlspeisen“. Jede Woche Vereinsabend bei Allegro. Wir haben die Deutsche Radsportzeitung studiert und die Rennen geplant. Übernachtung Jugendherberge. Anreise mit dem Fahrrad. Wenn’s weit war auch per Eisenbahn. Nix Geld gehabt. Erstes Lehrjahr 20, zweites 40, und drittes 60 Mark. Ausbildungsbeihilfe nannte man das. Erst viel später gab‘s ein Auto.
12. September 1965. Nieder-Flohrstadt bei Frankfurt. Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Ca. 170 Fahrer. Spätsommer, schmierige, verdreckte Straßen. Peter in der Führungsgruppe. Drei Mann vorne unterwegs. 10 km vor dem Ziel. Peter stürzt auf der verschmierten Straße. Die beiden anderen fahren was sie können. Peter verfolgt. Schnell, sehr schnell. Eingeholt. Am letzten Berg weis er es: „Ich gewinne! Hinten bleiben bis zum Ziel und dann voll vorbei". Mit 30-40 Meter Abstand zum Zweiten wird er
Deutscher Meister im Einer-Straßenfahren der Solidarität.
Er ist 21 Jahre alt. Heute würde sicher eine Radfahrer Karriere draus. Damals? Als Preise gabs nur Kram den Geschäftsleute loswerden wollten. Bügeleisen, oder Hemden die nicht paßten. Eine Torte. Nur Sekunden hat die gehalten. Dann waren schon fünf Hände drin. Hungrige Radler halt. Zwei Liter Martini für den 11. Platz in Schweinfurt. „Ich war eigentlich 8er. Nur was soll ich mit einem Bügeleisen. Da ist mir halt der Fuß aus dem Pedal gerutscht. Der Martini war super“. Irgendwann wurde das Leben weniger durch Rennen bestimmt. Aber das Radl war immer dabei. Allegro hat sich aufgelöst. 1981 wollte Alessandro Baldi, der Italiener mit dem Fahrradgeschäft in der Lindwurmstraße, einen Radsportverein gründen. „Ich hab mitgemacht und wurde Gründungsmitglied“. Und noch was könnte funktionieren. „Einmal zum Mond und zurück. Ich bin nahe dran. 700.000 km als Lebensleistung könnte hinkommen“. Wir wünschen es Ihm.
Sein Fazit: „das Radfahren hat mir unglaubliche Lebensfreude gegeben“!